ATIOZ Newsletter
September 2026

Professionell gestartet


Liebe Abonnentinnen und Abonnenten


Seit 9 Monaten gibt es die ATIOZ. Und der Betrieb der neuen Anstalt läuft professionell, die Zusammenarbeit über die 3 Standorte Zürich, St. Gallen und Locarno hinweg funktioniert. Auf migrierten Systemen und harmonisierten Kernprozessen sind wir in die intensive Phase der Prüfung der Jahresberichte von über 900 Vorsorgeeinrichtungen und 2000 klassischen Stiftungen gestartet. Und sind insgesamt betrachtet plangemäss unterwegs, trotz mehrwöchigen Temperaturen von 30 Grad in den nicht klimatisierten Büros.

Der Aufsichtsdialog mit einigen Stiftungen in den Regionen erfolgt konstruktiv und zumeist zielführend. Pareto ist auch hier präsent: über 80 % der Stiftungen und Vorsorgeeinrichtungen sind bestens geführt, aber es gibt auch herausfordernde Situationen mit wesentlichen Risiken, welche stringent gemanagt werden müssen. Das bedeutet risikoorientierte Aufsicht – ohne diese risikogewichtete klare Fokussierung wäre die schlichte Menge an operativem Geschäft nicht zu stemmen.

Ich danke unseren Kunden für die wertvolle Zusammenarbeit und allen Mitarbeitenden für das überzeugende Engagement, die Interessen der Destinatäre und den Stifterwillen zu schützen.


Roger Tischhauser
Direktor

Patrizia Heinel, Mitglied der Geschäftsleitung,
Leiterin Klassische Stiftungen und Leiterin Recht

5 Fragen an Patrizia Heinel, Mitglied der Geschäftsleitung


Seit dem 1. Juli 2026 leiten Sie den Bereich Klassische Stiftungen. Was hat Sie an dieser neuen Aufgabe besonders gereizt und worauf freuen Sie sich am meisten?

Die Vielfalt der klassischen Stiftungen und die damit verbundenen Fragestellungen spricht mich sehr an. Jede Stiftung ist anders – mit ihrer eigenen Zweckbestimmung, Geschichte und Organisation. Das macht die Aufsicht abwechslungsreich und anspruchsvoll. Ich freue mich sehr, gemeinsam mit den lokalen Teams weiterhin eine risikoorientierte und qualitativ hochwertige Aufsicht zu gewährleisten.


Sie waren zuvor Leiterin Recht und führen diesen Bereich weiterhin. Wie ergänzen sich Ihre beiden Funktionen und welche Erfahrungen aus dem Rechtsbereich helfen Ihnen in Ihrer neuen Rolle besonders?

Die Doppelrolle bringt viele Synergieeffektive mit sich, nicht zuletzt, weil ich auch bisher für die Rechtsverfahren im Bereich Klassische Stiftungen zuständig war und bei anspruchsvollen Fällen involviert bin. Die beiden Funktionen ergänzen sich daher sehr gut. Als selbstständige, öffentliche-rechtliche Anstalt sind wir zudem stets bestrebt, eine kosteneffiziente Aufsicht sicherzustellen, wozu solche Doppelrollen einen Beitrag leisten können.

Sie führen Teams an den Standorten Zürich, St. Gallen und Locarno. Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit über die verschiedenen Standorte hinweg besonders wichtig?
Die lokale Präsenz an den drei Standorten ist uns ein Kernanliegen. Dies, weil die Aufsicht über klassische Stiftungen eine kantonale Aufgabe ist und uns die Kantone Zürich, Thurgau, St. Gallen und Tessin diese verantwortungsvolle Aufgabe übertragen haben.
Für die Zusammenarbeit über die Standorte hinweg sind uns ein direkter und persönlicher Austausch sowie eine gute Vernetzung besonders wichtig. Die geografische Distanz soll dabei keine Barriere sein. Dank unserer digitalen Arbeitsweise und der Offenheit aller Beteiligten gelingt es uns, auch standortübergreifend eng zusammenzuarbeiten und den persönlichen Austausch zu pflegen.


Welche Themen und Entwicklungen werden den Bereich Klassische Stiftungen in den kommenden Jahren besonders prägen und wo möchten Sie Akzente setzen?

Ich denke, dass den Bereich Klassische Stiftungen insbesondere die Weiterentwicklung der Stiftungslandschaft, Fragen der Governance und der Umgang mit neuen gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen beschäftigen werden. Gleichzeitig wird es darum gehen, die Aufsicht risikoorientiert weiterzuentwickeln und dort genau hinzuschauen, wo besondere Risiken oder Herausforderungen für eine Stiftung bestehen.
Ich möchte dabei vor allem Akzente bei einer klaren, nachvollziehbaren und praxisnahen Aufsicht setzen. Dazu gehört für mich ein konstruktiver Aufsichtsdialog, der den Stiftungen Orientierung gibt, ohne ihre Eigenverantwortung und Gestaltungsfreiheit unnötig einzuschränken. Gerade bei der Vielfalt klassischer Stiftungen ist es wichtig, unterschiedliche Ausgangslagen und Fragestellungen angemessen zu berücksichtigen und gleichzeitig für eine konsistente Aufsichtspraxis zu sorgen.
Ein weiterer Schwerpunkt wird für mich darin liegen, rechtliche Entwicklungen frühzeitig aufzunehmen und für die Aufsichtspraxis nutzbar zu machen. Mein Ziel ist eine moderne Stiftungsaufsicht, die Rechtssicherheit schafft, Entwicklungen aktiv begleitet und damit einen Beitrag zu einer verantwortungsvollen und wirkungsvollen Stiftungslandschaft leistet.



Zum Schluss eine persönliche Frage: Was motiviert Sie in Ihrem Berufsalltag und was sollten Ihre neuen Mitarbeitenden und die Leserinnen und Leser unseres Newsletters unbedingt über Sie wissen?

Mich motiviert, gemeinsam mit anderen etwas zu bewegen und dabei einen Beitrag zu einer sinnvollen öffentlichen Aufgabe zu leisten. Besonders spannend finde ich die Verbindung von anspruchsvollen rechtlichen Fragestellungen, unterschiedlichen Perspektiven und der Möglichkeit, Lösungen zu entwickeln, die auch in der Praxis funktionieren.
Von meinen neuen Mitarbeitenden wünsche ich mir Offenheit, Eigeninitiative und den Mut, Fragen zu stellen und auch einmal neue Wege auszuprobieren. Mir ist wichtig, dass wir uns gegenseitig vertrauen, voneinander lernen und auch in anspruchsvollen Situationen die nötige Ruhe und Gelassenheit bewahren.
Was man über mich wissen sollte? Ich schätze den direkten und unkomplizierten Austausch und habe gerne Menschen um mich, die Dinge hinterfragen und ihre eigene Meinung einbringen. Und auch wenn ich beruflich gerne strukturiert und lösungsorientiert unterwegs bin, darf es zwischendurch durchaus einmal etwas weniger formell sein.

Dialog als wirksames Aufsichtsinstrument

Felix Mundwiler, Leiter Team Klassische Stiftungen Zürich


Die ATIOZ beaufsichtigt rund 2'000 klassische Stiftungen in den Kantonen TI, SG, TG und ZH mit einem risikobasierten Ansatz. Das bedeutet, dass wir dort Schwerpunkte setzen, wo die Komplexität einer Stiftung erhöht ist oder wo sogar ihr Wohlergehen und ihr Fortbestand in der Waagschale liegen. Beispiele sind Stiftungen mit angeschlossenem Betrieb oder substanziellem Immobilienbesitz, die finanziell, organisatorisch und zweckbezogen oft vielschichtiger aufgestellt sind als viele reine Förderstiftungen.


Ein sehr wirksames Instrument der risikobasierten Aufsicht ist dabei der Aufsichtsdialog. Dabei wird eine Stiftung über eine gewisse Zeit hinweg eng begleitet – mit persönlichen Gesprächen, vertiefter Analyse von Sachverhalten und gegebenenfalls der Vereinbarung von weitergehenden, individuellen Massnahmen zur Stiftungsführung. Häufig besprochene Themen sind etwa schwierige finanzielle Situationen, Inaktivität, aufwändige Immobilienprojekte, Neuausrichtung der Stiftungsziele oder lähmende Missstände in der Führung.

Die Erfahrung zeigt, dass sich schwierige Situationen im Dialog einfacher lösen lassen. Die Aufsicht stellt so nicht nur die Einhaltung des rechtlichen Rahmens sicher, sondern kann als Sparringpartner der Stiftungen einen wesentlichen Beitrag zu einem gesunden Stiftungssektor leisten.

Aktuelle Veranstaltungen für Klassische Stiftungen


Information - Dialog - Networking

Forum für Klassische Stiftungen.


Aktuelle Themen, spannende Impulse und persönlicher Austausch: Besuchen Sie unser Forum für Klassische Stiftungen in Lugano, Zürich oder St. Gallen.


15. Oktober 2026 – Lugano (italienisch)

18. November 2026 – Zürich (deutsch)

20. November 2026 – St. Gallen (deutsch)


jeweils 17.00–21.00 Uhr


Entdecken Sie das Programm und sichern Sie sich jetzt Ihren Platz:
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172 neue Stiftungen – was bewegt die Stiftungslandschaft?

Lisette Schenk, Mandatsleiterin Klassische Stiftungen


Gemeinnützigkeit, Soziales und Kultur stehen hoch im Kurs: Zwischen 2021 und August 2026 wurden 172 neue Stiftungen gegründet. Nach dem Höchststand von 37 Neugründungen im Jahr 2023 ist die Zahl in den Folgejahren zurückgegangen. Für 2026 sind bis August jedoch bereits 17 neue Stiftungen hinzugekommen.


Besonders häufig widmen sich die Neugründungen allgemein gemeinnützigen Zwecken sowie den Bereichen Soziales & Wohlfahrt, Kunst & Kultur, Bildung & Forschung, Kulturerbe und Gesundheit & Medizin.


Gleichzeitig zeigt sich eine bemerkenswerte thematische Vielfalt: Neue Stiftungen engagieren sich auch in Bereichen wie Umwelt, Innovation, Nachhaltigkeit, Neurowissenschaften, Energie und Unternehmertum.


Die Zahlen zeigen: Die Stiftungslandschaft bleibt vielfältig und greift unterschiedlichste gesellschaftliche Anliegen auf.

Dokumentenupload – eine erfreuliche Bilanz

Roman Grob, Leiter Operations


Mit dem Zusammenschluss der BVS und OSTA sind zwei unterschiedliche Ausgangslagen zusammengekommen: Während die BVG- und Stiftungsaufsicht des Kantons Zürich (BVS) den Dokumentenupload für Jahresberichte bereits seit vielen Jahren nutzt und in einzelnen Segmenten Einreichequoten von über 80 Prozent erreicht hatte, war das digitale Angebot für die Ostschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht noch neu.


Damit war die Ausgangslage klar: Im ersten gemeinsamen Jahr sollten alle beaufsichtigten Stiftungen die Möglichkeit haben, ihre Jahresberichte digital einzureichen – und den Dokumentenupload auch tatsächlich nutzen.


Dafür haben wir frühzeitig informiert, Anleitungen und Hilfestellungen bereitgestellt und die Stiftungen auf dem Weg zur digitalen Einreichung begleitet. Nun zeigt sich: Der Dokumentenupload ist gut angekommen. Die Zahlen sprechen für sich:

SegmentEinreichequote
Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen93 - 100 % je Teilsegment
Freizügigkeitsstiftungen, Säule 3a93 - 100 % je Teilsegment
Firmeneigene Vorsorgeeinrichtungen87%
Wohlfahrtsfonds75%
Klassische Stiftungen55 - 76 % je Teilsegment und regional unterschiedlich


Besonders erfreulich ist, dass gerade jene Stiftungen, die den Dokumentenupload erst in diesem Jahr kennengelernt haben, das Angebot teilweise bereits nahezu vollständig übernommen haben. Das zeigt: Ist der digitale Weg einmal etabliert, wird er auch genutzt.


Bei den klassischen Stiftungen präsentiert sich das Bild noch etwas unterschiedlicher. Mit Einreichequoten zwischen 55 bis 76 Prozent zeigen sich zudem spürbare regionale Unterschiede. Das sehen wir nicht als Rückschlag, sondern vielmehr als Chance für den nächsten Schritt: Im kommenden Jahr möchten wir noch gezielter informieren, unterstützen und weitere Stiftungen für die digitale Einreichung gewinnen.


Unser Fazit: Das erste gemeinsame Jahr hat gezeigt, dass sich die Einführung des Dokumentenupload über unterschiedliche Ausgangslagen hinweg erfolgreich weiterentwickeln lässt. Die Umstellung war sowohl für uns als auch für die beaufsichtigten Stiftungen mit Veränderungen verbunden. Umso mehr freut es uns, dass wir bereits im ersten gemeinsamen Jahr in den meisten Segmenten hohe Einreichequoten verzeichnen konnten.


Unser Dank gilt deshalb allen Stiftungen, die den digitalen Weg bereits mitgehen und damit zu einer modernen und effizienten Aufsicht beitragen. Gleichzeitig bleiben wir mit denjenigen im Austausch, die den Dokumentenupload noch nicht nutzen.

Felix Mundwiler, Leiter Team Klassische Stiftungen Zürich

Stimmen unserer Mitarbeitenden

Felix Mundwiler, Leiter Team Klassische Stiftungen Zürich


"Egal ob Jahresberichte, Rechtsgeschäfte oder Stiftungsdialoge: die Zusammenarbeit in der ATIOZ über alle Funktionen, Stufen und Regionen hinweg ist phänomenal.


Die Stiftungen schätzen die Dienstleistungen und Unterstützung sehr – die positive Wirkung im Sektor ist sicht- und spürbar."