5 Fragen an Patrizia Heinel, Mitglied der Geschäftsleitung
Seit dem 1. Juli 2026 leiten Sie den Bereich Klassische Stiftungen. Was hat Sie an dieser neuen Aufgabe besonders gereizt und worauf freuen Sie sich am meisten?
Die Vielfalt der klassischen Stiftungen und die damit verbundenen Fragestellungen spricht mich sehr an. Jede Stiftung ist anders – mit ihrer eigenen Zweckbestimmung, Geschichte und Organisation. Das macht die Aufsicht abwechslungsreich und anspruchsvoll. Ich freue mich sehr, gemeinsam mit den lokalen Teams weiterhin eine risikoorientierte und qualitativ hochwertige Aufsicht zu gewährleisten.
Sie waren zuvor Leiterin Recht und führen diesen Bereich weiterhin. Wie ergänzen sich Ihre beiden Funktionen und welche Erfahrungen aus dem Rechtsbereich helfen Ihnen in Ihrer neuen Rolle besonders?
Die Doppelrolle bringt viele Synergieeffektive mit sich, nicht zuletzt, weil ich auch bisher für die Rechtsverfahren im Bereich Klassische Stiftungen zuständig war und bei anspruchsvollen Fällen involviert bin. Die beiden Funktionen ergänzen sich daher sehr gut. Als selbstständige, öffentliche-rechtliche Anstalt sind wir zudem stets bestrebt, eine kosteneffiziente Aufsicht sicherzustellen, wozu solche Doppelrollen einen Beitrag leisten können.
Sie führen Teams an den Standorten Zürich, St. Gallen und Locarno. Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit über die verschiedenen Standorte hinweg besonders wichtig?
Die lokale Präsenz an den drei Standorten ist uns ein Kernanliegen. Dies, weil die Aufsicht über klassische Stiftungen eine kantonale Aufgabe ist und uns die Kantone Zürich, Thurgau, St. Gallen und Tessin diese verantwortungsvolle Aufgabe übertragen haben.
Für die Zusammenarbeit über die Standorte hinweg sind uns ein direkter und persönlicher Austausch sowie eine gute Vernetzung besonders wichtig. Die geografische Distanz soll dabei keine Barriere sein. Dank unserer digitalen Arbeitsweise und der Offenheit aller Beteiligten gelingt es uns, auch standortübergreifend eng zusammenzuarbeiten und den persönlichen Austausch zu pflegen.
Welche Themen und Entwicklungen werden den Bereich Klassische Stiftungen in den kommenden Jahren besonders prägen und wo möchten Sie Akzente setzen?
Ich denke, dass den Bereich Klassische Stiftungen insbesondere die Weiterentwicklung der Stiftungslandschaft, Fragen der Governance und der Umgang mit neuen gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen beschäftigen werden. Gleichzeitig wird es darum gehen, die Aufsicht risikoorientiert weiterzuentwickeln und dort genau hinzuschauen, wo besondere Risiken oder Herausforderungen für eine Stiftung bestehen.
Ich möchte dabei vor allem Akzente bei einer klaren, nachvollziehbaren und praxisnahen Aufsicht setzen. Dazu gehört für mich ein konstruktiver Aufsichtsdialog, der den Stiftungen Orientierung gibt, ohne ihre Eigenverantwortung und Gestaltungsfreiheit unnötig einzuschränken. Gerade bei der Vielfalt klassischer Stiftungen ist es wichtig, unterschiedliche Ausgangslagen und Fragestellungen angemessen zu berücksichtigen und gleichzeitig für eine konsistente Aufsichtspraxis zu sorgen.
Ein weiterer Schwerpunkt wird für mich darin liegen, rechtliche Entwicklungen frühzeitig aufzunehmen und für die Aufsichtspraxis nutzbar zu machen. Mein Ziel ist eine moderne Stiftungsaufsicht, die Rechtssicherheit schafft, Entwicklungen aktiv begleitet und damit einen Beitrag zu einer verantwortungsvollen und wirkungsvollen Stiftungslandschaft leistet.
Zum Schluss eine persönliche Frage: Was motiviert Sie in Ihrem Berufsalltag und was sollten Ihre neuen Mitarbeitenden und die Leserinnen und Leser unseres Newsletters unbedingt über Sie wissen?
Mich motiviert, gemeinsam mit anderen etwas zu bewegen und dabei einen Beitrag zu einer sinnvollen öffentlichen Aufgabe zu leisten. Besonders spannend finde ich die Verbindung von anspruchsvollen rechtlichen Fragestellungen, unterschiedlichen Perspektiven und der Möglichkeit, Lösungen zu entwickeln, die auch in der Praxis funktionieren.
Von meinen neuen Mitarbeitenden wünsche ich mir Offenheit, Eigeninitiative und den Mut, Fragen zu stellen und auch einmal neue Wege auszuprobieren. Mir ist wichtig, dass wir uns gegenseitig vertrauen, voneinander lernen und auch in anspruchsvollen Situationen die nötige Ruhe und Gelassenheit bewahren.
Was man über mich wissen sollte? Ich schätze den direkten und unkomplizierten Austausch und habe gerne Menschen um mich, die Dinge hinterfragen und ihre eigene Meinung einbringen. Und auch wenn ich beruflich gerne strukturiert und lösungsorientiert unterwegs bin, darf es zwischendurch durchaus einmal etwas weniger formell sein.